Pfarrer Wilhelm Anton Schlottmann wurde am 02. Juni 1835 in Erwitte geboren. Das Gymnasium besuchte er in Paderborn und Arnsberg, wo er im Herbst 1856 die Reifeprüfung bestand. In Münster und Paderborn studierte er Theologie. Am 17. August 1860 wurde er in Paderborn zum Priester geweiht. Pfr. Schlottmann wirkte als Vikar in Wetter und als Kaplan der Pfarrei Großwanzleben in Meyendorf vom 22. Februar 1861 an. Katharinenvikar in Erwitte war er vom 20. Oktober 1870, bis er am 15. Dezember 1873 Pfarrer von Geithe wurde. Am 26. September 1892 übernahm er die Pfarrei in Schwaney.
Am Tag des großen Dorfbrandes am 08. Mai 1895 war der Pfarrer nicht im Ort anwesend. Er weilte bei den Schwestern im Driburger Krankenhaus. Da kam die Drahtnachricht von dem Unglück über die Egge. „Nun habe ich weiter nichts behalten als dieses hier“, sagte er und hob sein Brevier in die Höhe. Kirche, Pfarrhaus und über 40 Gebäude waren zum Raub der Flammen geworden.
Mit dem Wiederaufbau des Dorfes ist ein Name unverrückbar verbunden: Pfarrer Anton Wilhelm Schlottmann. Unmissverständlich schriebt er immer wieder an die Behörden, dass neben der Selbsthilfe auch Hilfe von außen kommen musste, um den von Feuer Geschädigten den Wiederaufbau  zu ermöglichen. Der Erfolg seiner Bemühungen ist heute noch im Dorf sichtbar. Gegen den Willen und größter Bedenken des Amtmanns Mersmann aus Bad Lippspringe begann er im Januar 1897 mit dem Wiederaufbau der Kirche. Als der Amtmann Mersmann nach persönlicher Inaugenscheinnahme der Baustelle der Pfarrgemeinde mit Strafe drohte, weil keine Baugenehmigung vorläge, kümmerte den Pfarrer das wenig. Schließlich baute man nicht neu, sondern wieder auf, wenn auch etwas größer. Die Königlich Preußische Regierung in Minden gab ihm Recht. Im Finanzierungsplan fehlten noch 20.000 Mark. „Wo sollte das Geld herkommen – ist denn die Not und Armut im Dorfe noch nicht groß genug?“, fragte der Amtmann. Auf nahezu 8.000 Mark waren die Steuerschulden angelaufen und die Separationskosten von ca. 7.000 Mark waren auch noch nicht bezahlt. Wie sollte solch ein teures Bauwerk gelingen? Aber Pfarrer Schlottmann kannte die Opferbereitschaft seiner Schäflein – und sie ließen ihn nicht im Stich, so dass der Weihbischof Dr. Augustinus Gockel das neue Gotteshaus am 26. Oktober 1896 konsekrieren konnte.
Sein goldenes Priesterjubiläum feierte Pfarrer Schlottmann am 17. August 1910 in Schwaney. Weit über die Grenzen des Dorfes hinaus war das segensreiche Handeln des Pfarrers bekannt geworden. Seine Majestät, der Kaiser und König, verlieh ihm zum 50jährigen Priesterjubiläum den Roten Adlerorden vierter Klasse. Pfarrer Wilhelm Schlottmann verstarb am 12. Juli 1911 in Schwaney, wo er auch beigesetzt wurde.
Die Pfarrer-Schlottmann-Straße zweigt von der oberen Osningstraße ab und mündet unterhalb des Spielplatzes wieder auf die Osningstraße.



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