1000 Jahre Schwaney

Film
1000 Jahre Schwaney
Ein Dorf an der Egge
970 - 1970


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Mit diesem Film haben Sie die Möglichkeit, ein Stück der Schwaneyer Geschichte mitzuerleben.

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Straßen in Schwaney Drucken


Verlauf und Namenserklärung zusammengestellt von Anton Görmann


Agathastraße

Von Osttorstraße bis zum Weg "Am Rotenberg", benannt nach St. Agatha, der Dorfheiligen von Schwaney (Prozession am 2. Maisonntag), als Märtyrerin 251 in Sizilien hingerichtet, Schutzpatronin gegen Feuersbrünste.


Am Brokhof
Von Westtorstraße bis Ellerbach, benannt nach dem Hof auf dem Brok (Brok bedeutet hier: feuchtes Hudeland), genannt "Breukers Hof".

Am Eckernkamp
Von Ringstraße bis Triftweg, benannt nach der gleichnamigen Feldflur, wo bis 1700 in einer Baumschule Eckern (Eicheln) ausgesät   wurden.

Am Ellerweg
Von Paderborner Straße bis Ellermeiers, benannt nach dem Gelände rechts und links der Eller, des Erlenbachs; nicht zu verwechseln mit der Dahler Straße.

Am Füllenhof
Rundweg von der Ringstraße zur Ringstraße, benannt nach dem angrenzenden Füllenhof, einem Tafelgut (Mensalgut) des Bischof" von Paderborn zu seiner  wirtschaftlichen Versorgung.

Am Koksberg
Von Heideweg in Richtung Neuenheerser Straße, benannt nach der gleichnamigen Feldflur. Koksberg  bedeutet Köhlerberg. Dunkle Stellen in den Äckern erinnern dort noch an zahlreiche alte Kohlenmeiler.

Am Küstergarten
Von Paderborner Straße bis Rotenbach, Gartenland des Küsters von Schwaney.

Am Marktplatz
Von Jugendheim bis Westtorstraße, benannt nach dem viele Jahrhunderte alten Marktplatz unterhalb der Kirche.

Am Randor
Von Brokstraße bis Straße Rotenbach, ursprünglich Jan-doher (Johannistor), benannt nach dem Kirchenpatron St. Johannes, wurde das Tor Richtung Buke um 1400 geschaffen.

Am Rotenberg
Von Schule bis Betrieb Wetter, benannt nach der gleichnamigen Feldflur (Rotenberg bedeutet Rodung am Berg).

Am Saule

Von Hellweg bis zur Gemarkung Saul; ein alter Weg nach Herbram; saul, sul, Säule deutet wohl auf einen alten vorchristlichen Versammlungsort hin, vielleicht auf eine Opferstätte. Zum Saulekreuz ging die Markusprozession.

Am Stadtgraben
Von Osttorstraße bis Hellweg (bei Johlen); benannt nach dem hier verlaufenden alten Stadtgraben.

An der Breien
Vom Hellweg bis zum Ausgang in die Feldflur Breien (Breyden, plattdeutsch Bräehen), ein Flurstück, das  früher, wesentlich breiter als lang, größter Teil der alten Siedlung Ecwordinchusen war.

An der Dorfbrücke
Diese Planstraße ist noch nicht vorhanden, benannt nach der Straßenbrücke am östlichen Ausgang des Dorfes. Der Bau der früheren einbogigen Steinbrücke wurde 1842 begonnen.

An der Gräfte
Rundweg vom Hellweg zum Hellweg; südlich des Weges lagen früher zwei Wasserburgen, die des Bischofs und die der Herren von Westphalen; der zur Verteidigung angelegte Wassergraben um die Burg oder das Schloß heißt Gräfte (oder Gracht).

Antoniusstraße
Von Westtorstraße bis Paderborner Straße, benannt nach St. Antonius, dem Lieblingsheiligen des Dorfes.

Bachstraße
Von Westtorstraße bis Paderborner Straße, führt am Bach (Eller) entlang.

Birkenweg
Von Osningstraße bis Tannenweg

Bischof-Balduin-Straße
Von Ringstraße in Richtung Schule, benannt nach dem Fürstbischof Balduin von Steinfurt, der dem befestigten Ort Su-anegge (Quellgebiet an der Egge) am 7. März 1344 das Stadtrecht verliehen hat.

Bodentalsweg
Von Osningstraße bis Haus Küting, alter Fahrweg ins Bodental.

Bredenweg
Von Hellweg, bis zum Saulweg; er führt zur Brede (Breite), einem südlich des Dorfes gelegenen Flurstück, das früher wesentlich breiter als lang war.

Brokstraße
Von Paderborner Straße bis zur Schule, benannt nach dem Flurnamen Oberer Brok (Brok bedeutet hier zu Gärten umgebrochenes Land, das vorher Weideland war und zur Gemeindehude gehörte).

Brückenstraße
Von Westtorstraße bis Paderborner Straße, benannt nach den dortigen Brücken.

Cheruskerstraße
Von Stadtgraben bis Neuenheerser  Straße; benannt nach den Cheruskern (den "Hirschleuten"), die zwischen Weser und Lippe wohnten und unter Hermann (Arminius) zusammen mit anderen Germanen in der Schlacht am Teutoburger Wald (9 n. Chr.) bei Kalkriese im Osnabrücker Land drei römische Legionen unter Publius Quinctilius Varus vernichtend geschlagen haben.

Dammweg
Von Paderborner Straße bis Mühlengraben, benannt nach dem Mühlendamm "an damme".

Diekweg
Von Sportplatz an der Osttorstraße bis Bahnlinie, erinnert an den Feuerlöschteich, in dem auch die Schafe gewaschen wurden (Diek bedeutet Teich).

Dune
Von der B 64 ins Dunetal, benannt nach der Flurbezeichnung Dune, worin das plattdeutsche Tiun, hochdeutsch Zaun, steckt; heute noch finden sich in der (dem Brocksberg nordwestlich vorgelagerten) Dune Spuren von Wehr- und Fluchtburgen.

Eichenweg
Von Osningstraße bis Tannenweg.

Ekwortstraße
Von Saulweg bis An der Breien, benannt nach der mittelalterlichen Siedlung Ecwordinchusen, dem Haus des Eckewart; diese Siedlung ist schon um 970 erwähnt.

Erzkuhlenweg
Von der Cheruskerstraße bis Görmanns, benannt nach den dortigen Schächten, aus denen Eisenerz gewonnen wurde.

Gartenstraße
Von Osttorstraße bis Kindergarten, benannt nach den schönen gepflegten Gärten.

Heinz-Küting Weg
Von der Straße An der Breien in Richtung Saulweg, benannt nach dem Schwaneyer Ehrenbürger und Ortsheimatptleger Heinz Küting, dessen Lebenswerk auch diese Aufstellung über die Straßen in Schwaney zugrunde liegt, nämlich sein kostbares Buch "Schwaney" - Zur Geschichte eines tausendjährigen Siedlungsraumes - Verlegt bei der Gemeinde Schwaney, Bonifacius-Druckerei Paderborn, 1963.

Hellweg
Von Westtorstraße (Station) bis Neuenheerser Straße; diese Straße folgt genau dem alten Hellweg (Heerstraße und Handelsweg), der vom Niederrhein zur Weser führte.

Heng
Stadtweg in Richtung Paderborn, benannt nach der früheren Siedlung Henghi; auch die heutigen Hengbauern bewahren in ihrem Namen die Erinnerung daran.

Höhenweg
Verbindungsweg von der Cheruskerstraße zum Heideweg; ein ansteigender Weg zur Höhe.

Im Kerkloh
Von Heideweg Richtung Neuenheerser Straße, benannt nach der Feldflur; Kerke (plattdeutsch) heißt die Kirche, Lo der Wald, auch Eichenrinde zum Gerben von Leder). So war Kerkloh tatsächlich ein Eichenwald der Kirche; um 1800 wurden hier erste Häuser gebaut.

Johannesstraße
Von Westtorstraße bis Paderborner Straße, benannt nach dem Kirchenpatron St. Johannes.

Klusstraße
Vom Triftweg bis Grundstück Franz-Josef Görmann, benannt nach der Flurbezeichnung Klusgrund; dieses schluchtartige Gelände nördlich der neuen Schule hatte wohl früher eine von einem Klausner (d. 1. ein frommer Einsiedler) bewohnte Klus.

Neuenheerser Straße
Vom östlichen Dorfausgang bis zur Bahnlinie, sie führt Richtung Neuenheerse.

Osningstraße
Von Heidekrug bis zur Bahnlinie, bezeichnet die Richtung zum Osning, dem Höhenzug des Eggewaldes (Osning bedeutet heiliger Wald).

Osttorstraße
Von Lerchs bis Ausgang Richtung Neuenheerse, benannt nach dem früheren östlichen Stadttor (genannt in der Stadtrechtsurkunde von 1344).

Paderborner Straße
Von Lerchs bis zur Ortsgrenze, bezeichnet die Richtung nach Paderborn, erinnert an die Verbundenheit mit Paderborn.

Ringstraße
Verbindungsstraße von der Brokstraße zum Triftweg, verläuft ringförmig.

Rotenbach
Von Paderborner Straße bis Hermann Bölte, Dorfausgang Richtung Buke, benannt nach dem gleichnamigen Bach (plattdeutsch: Rauhenbieke), in dem viele Jahrhunderte lang Flachs gerottet (geröstet, d. h. in fließendem Wasser gewässert) wurde, um die so faulenden Holzteile des Flachs leichter entfernen zu können.

Salenkruke
Von Paderborner Straße bis Steinbruch; Salland ist das Herrenland mit vorzüglichen Böden, das nicht an Hörige gegeben, sondern vom Herrn selber bewirtschaftet wurde. Kruke (plattdeutsch), Krummstab bezeichnet den Bischofsstab; somit erinnert der Flurname Salenkruke an eine Domäne des Fürstbischofs von Paderborn.

Schlaunstraße
Von Bischof-Balduin-Straße zur Klusstraße, benannt nach dem bedeutenden Baumeister des Barock, Johann Conrad Schlaun (1695 - 1773), dessen Mutter dein alten Bauernhof Berendes entstammte; dieser Hof stand auf der heutigen Hausstätte Kattendicks. Die zweite Frau des großen Architekten, Anna Catharina Rehermann, stammte ebenfalls aus Schwaney, vom bischöflichen Füllenhof.

Schulstraße
Von Osttorstraße bis Kindergarten, fährt zur Schule. Eine Schule ist schon für das Jahr 1640 urkundlich bezeugt.

Sebastianstraße
Von Brückenstraße bis Paderborner Straße, benannt nach St. Sebastian, einem Oberst der kaiserlichen Leibgarde, der 288 als Märtyrer mit Pfeilen erschossen wurde; Schutzpatron der Schützenbruderschaft.

Steindrüfft
Verbindungsstraße zwischen Volkwortstraße und Eckernkamp, benannt nach dem alten Triftweg "Steinern Drüfft", an dem nördlich des unteren Wegstücks eine Ziegelei Backsteine brannte.

Tannenweg
Von Bodentalsweg bis Birkenweg, im Baugebiet "Schwaneyer Forst" sind die Straßen nach Bäumen benannt.

Triftweg
Von Schule bis Rotenbach, bezeichnet den Weg, auf dem früher Vieh, vor allem Schafe, zur Hude (zum Hüten) getrieben wurden (Triftweg bedeutet Treibweg).

Ulmenweg
Von Straße Rotenbach bis Ringstraße, benannt nach den riesigen Ulmen, die dort einst standen.

Unterm Limberg
Von Brücke Paderborner Straße bis Tankstelle, Rundweg unter dem Limberg (nach Küting, S. 16f., könnte in diesem Namen das lateinische Wort limes, limitis m - Grenze, Grenzwall - enthalten sein).

Urenberg
Von Schwaney nach Dahl, benannt nach dem gleichnamigen   Waldberg, dessen Namen noch ungeklärt ist.

Volkwortstraße
Von der Ringstraße bis Steindrüfft, benannt nach Volkwort (d. h. Hüter des Kriegsvolks), dem Besitzer der alten Siedlung Volquordinchusen in der Gemarkung Wittfeutken nördlich von Schwaney zwischen Gehöft Hermann Bölte und dein Industriegelände.

Wallstraße
Von Westtorstraße bis Hellweg, erinnert an den Wall der Burg der Herren von Westphalen, die 1441 erbaut worden war.

Westtorstraße
Von Lerchs bis Ausgang nach Dahl, benannt nach dem westlichen Stadttor, das bei der Gaststätte Linnenkamp stand.

Zur Egge
Von Heideweg zur Egge hinauf, bietet der Weg freie Sicht zum herrlichen Eggewald.

Zur Wulwerkuhle
Verbindungsweg zwischen Volkwortstraße und Eckernkamp, benannt nach der gleichnamigen Flurbezeichnung; hier gab es durch die Lehmgewinnung für den Hausbau tiefe Lehmkuhlen, die vielleicht auch, mit Ködern bestückt, als Wolfsfallen dienen konnten.